Januar - "Picabia"

Die Wurzeln meiner Malerei setzen sich aus unterschiedlichen Einflüssen von Kunstströmungen der letzten einhundertfünfzig Jahre zusammen. Im Elternhaus lernte ich den Impressionismus kennen und - unreflektiert - malen. Noch in den Bildern der achziger Jahre wird er im Mit- und Gegeneinander mit naturalistischer Darstellungsweise deutlich, überwiegend bei Naturdarstellungen, flus ihm zog ich das Licht und die Momentaufnahme, den Schnappschuß aus der ßeuuegung. Auch die Freiluftmalerei hält sich bis Heute bei mir und dient überwiegend zur Entspannung.



Als Vierzehnjährigen machten Caspar David Friedrich und die Romantiker großen Eindruck auf mich, mich faszinierten die Klarheit der Darstellung und die Melancholie und Einsamkeit der Bildstimmung.
Sicher ist davon auch heute noch etwas in meinen Bildern übrig geblieben. Später sagte man, ich hätte Ähnlichkeiten zu den Werken Edward Hoppers aufzuweisen, das ehrte und ehrt mich, aber der Einfluß kam von den Romantikern und wohl sind wir auch Brüder der Seele, aber ich kannte Hopper damals nicht.
Fotorealismus barg für mich während des Kunststudiums zum einen die ermähnte Melancholie, dann Amerikanismen, mit denen ich von Geburt an - positiv - konfrontiert wurde (so gibt es bis in die neunziger Jahre viele amerikanische Motive) und die Faszination der Darstellung. Ich begann - parallel zur freien Malerei - nach Fotovorlagen zu arbeiten. So entstanden Motive, die aus der Spannung im- und expressionistischer Freiheiten mit fotografisch genauen Details lebten.
Vom Expressionismus wird das, was ich schon immer gemacht hatte, nämlich Farbstimmungen zu schaffen, absegnet; der Bereich gemalter Gefühle in Farbenbädern und schwungvollen Linien.

Die neuen Bilder verknüpfen all diese Einflüsse zu einem Ganzen, vom Fotorealismus ist eine UUeiterbearbeitung der Vorlagen übrig geblieben, immer noch genau trotz der Überkontrastierung, aber dem Bildganzen mehr verpflichtet und verbunden.

Und wenn ich oben erwähnte Entspannung suche, setze ich mich ins Feld oder schnappe mir ein Modell und male - die Bilder sehen dann ein wenig anders aus.

Peter Barthold Schnibbe